Veränderungsmanagement als Erfolgsgarant für Unternehmen
Dr. Andrea von Allwörden, Humboldt-Universität Berlin, D
Minderung von Umstellungshindernissen für nachhaltige Angebotsanpassungen bei Bio Obst und Gemüse: Neue Kooperationsformen zur verbesserten Abstimmung von Leistungen und Anforderungen in Lieferketten. Das Angebot von ökologisch produziertem Obst und Frischgemüse im deutschen Lebensmitteleinzelhandel wurde in den vergangenen Jahren ausgeweitet - allerdings auch hauptsächlich durch Importe.
Obst und Gemüse zählen zu den beliebtesten Lebensmitteln, die in Bio-Qualität gekauft werden und das in steigenden Mengen. Zunehmend soll Bio aber nicht „nur“ Bio sein, sondern vor allem den Zusatznutzen „frisch“ und „regional“ bieten. Aktuelle Entwicklungen des Jahres 2009 haben gezeigt, regionale Herkünfte schaffen Transparenz und erhalten die Glaubwürdigkeit im zunehmend globalisierten Bio-Markt. Die Entwicklung der deutschen Bio Obst und Frischgemüse-Produktion ist hinter dieser Angebotsausweitung jedoch deutlich zurückgeblieben. Eigentlich ein Wunschszenario für jeden Produzenten – eine Nachfrage, die größer ist, als das Angebot. Warum hier jedoch Erzeuger und Abnehmer so schwer zusammenfinden und wie sich das ändern lässt, ist Inhalt eines dreijährigen Forschungs-Projektes der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert vom BMELV im Rahmen des Bundesprogramms zur Förderung des Ökologischen Landbaus und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft.
BIOKOOP verfolgt einen Aktionsforschungsansatz, in dem die Akteure der Lieferketten ein Zeitfenster für die effektivere Gestaltung von Angebot und Nachfrage bei Bio Obst und Gemüse nutzen können. In moderierten Workshops, durch eine kontinuierliche und koordinierende Prozessbegleitung und Unterstützung der Diskussionsprozesse, soll das Projekt mit den Akteuren Anforderungen, Modalitäten und Strukturen innerhalb der Wertschöpfungskette für Bio Obst und Gemüse im Sinne innovativer Koordinations- und Kooperationsformen erarbeiten und definieren. Im Rahmen von drei Fallbeispielen (Brandenburg, Niedersachsen, Pfalz) werden die spezifischen Situationen und Ziele der Praxispartner berücksichtigt. Die Ergebnisse des Projektes zeigen deutlich auf, dass das Problem der Ausweitung des ökologischen Anbaus nicht primär in mangelnden Flächen oder Kapitalproblemen begründet ist. Vielmehr sind die landwirtschaftlichen Unternehmer im strategischen Unternehmensmanagement, im Projektmanagement und der Organisationsentwicklung zu stärken. Nur wenn hier Lernen unterstützt und Wissen vermittelt wird, können die Unternehmen Marktentwicklungen und langfristige Megatrends überhaupt wahrnehmen, fundierte Entscheidungen treffen und sich und ihr Unternehmen im nächsten Schritt an den Markt anpassen.











