Sechs Jahre Handelsspezifikation (Qualitätssiegel) - Katastrophe oder Chance? Erfahrungen aus dem Gemüsebau der Pfalz
Dipl.-Ing. Klaus Strohmeyer, Geschäftsführer BOLPA, D
Im Frühjahr 2006 wurden die nationalen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel im Innenverhältnis zwischen Produktion und Handel faktisch außer Kraft gesetzt und durch wesentlich niedrigere Werte ersetzt. Konsequenzen für die Produktion und Beratung war die Abkehr von mittelorientiertem Pflanzenschutz unter Berücksichtigung der gesetzlichen Höchstmengen ohne Begrenzung der Mittelanzahl hin zu einer von außen vorgegebenen Vorgehensweise.
Diese Dominanz der Handelsspezifikationen wird von Saison zu Saison spürbarer, hat aber nicht zu Schwierigkeiten für die Warenbeschaffung durch den LEH geführt. Im Gegenteil, die Eintrittskarte Rückstandsanalytik zeigt, dass die Situation der Pflanzenschutzmittelrückstände deutlich verbessert wurde. Der Pflanzenschutz im Gemüsebau hat sich auf allen Ebenen radikal verändert. Dies gilt sowohl für die Betriebsleiter, die Berater und die Industrie, deren Einfluss massiv abgenommen hat. Da ein Ende der 2006 begonnen Entwicklung nicht absehbar ist, wird der integrierte Anbau das System der Zukunft sein. NOG’s und der LEH haben diesen Weg erzwungen. Was die Praxis in der Lage ist zu leisten, haben die letzten Jahre gezeigt. Chance liegt in diesem Können. Wenn man die letzten Jahre aber als Fehlentwicklung benennt, übersieht man dabei, dass die Praxis ihr Können von 2006 nicht gezeigt hat.











