Bionet - Kooperation zwischen Praxis, Beratung und Forschung im Biogemüsebau


Roswitha Six, FiBL

In Österreich gibt es im Bereich Bio-Gemüse unterschiedlichste Aktivitäten zur Bearbeitung praxisrelevanter Fragen. Mit der Bioplattform für Gemüse konnte nun auch eine zentrale Anlaufstelle und die gezielte Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren aus Praxis, Beratung und Wissenschaft realisiert werden.

„Nachdem im Bildungsprojekt „Bionet“ die Kooperation zwischen Praxis, Beratung und Forschung für den biologischen Ackerbau bereits seit Jahren erfolgreich funktioniert, war es naheliegend, das Projekt um den Bereich Bio-Gemüse zu erweitern“, erzählt Roswitha Six vom FiBL Österreich, die seit der Gründung der „Bioplattform für Gemüse“ im Februar 2009 für deren Koordination verantwortlich ist. Für das FiBL Österreich war wie für die übrigen Initiatoren der „Bioplattform“, dem LVZ Schönbrunn und der Firma biohelp, klar, dass dieses Unterfangen nur durch aktive Einbeziehung und Mitarbeit sämtlicher relevanter AkteurInnen erfolgreich realisiert werden kann. Glücklicherweise war der allgemeine Wunsch nach verstärkter Zusammenarbeit und effizienterem Wissensaustausch im Bio-Gemüsebau so stark, dass bereits beim Kick-Off-Treffen Anfang 2009 erste mögliche Schwerpunktthemen formuliert werden konnten.

Nach intensiven Diskussionen in Kleingruppen und der Auswertung zahlreicher Fragebögen kristallisierte sich recht bald die Regulierung Falscher Mehltaupilze an Salat und Zwiebeln als ein wesentliches Thema des ersten Projektjahres heraus. Und schon von Beginn an zeigte sich: Das Konzept der Bioplattform geht auf. Von der Universität über Versuchsanstalten, Landwirtschaftskammern, Verbände bis hin zu den Biobetrieben – alle beteiligen sich aktiv am Projekt und sorgen so für ein kräftiges Lebenszeichen des Bio-Gemüsebaus in Österreich. Neben zwei Diplomarbeiten, die sich mit Pflanzenstärkungsmitteln und deren Wirkung gegen Falschen Mehltau an Zwiebel bzw. mit vorbeugenden Maßnahmen zur Regulierung von Falschem Mehltau an Salat befassten und in Kooperation mit dem Institut für Pflanzenschutz (Universität für Bodenkultur) realisiert wurden, arbeiten auch Fokusgruppen (Kleingruppen bestehend aus BetriebsleiterInnen, BeraterInnen und ForscherInnen) aktiv an Forschungsansätzen und deren Umsetzung. Neben einer landwirtschaftlichen Fachschule, die im Rahmen der Bioplattform erstmals Bio-Versuche betreut, stellten auch einige der interessierten Biobäuerinnen und Biobauern Flächen für den Versuchsanbau zur Verfügung. Durch das engagierte Zusammenspiel einige Beteiligten konnten im zweiten Jahr des Bestehens der Bioplattform für Gemüse Sortenversuche sowie die Testung verschiedener Pflanzenstärkungsmittel im Gemüse- und Kartoffelbau an dreizehn unterschiedlichen Standorten realisiert werden. Auch Markus Bittner, Gemüsebauberater der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer ist mehr als zufrieden: „Die bisherigen Versuche brachten nicht nur fachliche Erkenntnisse, sie haben auch gezeigt, wie erfolgreich sich ein Projekt entwickeln kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen!“

Mit Spannung werden nun die Versuchsergebnisse erwartet, die auf der 3. Tagung der Bioplattform für Gemüse am 23. November 2011 und auf der Projektwebsite www.bio-net.at präsentiert werden. Neben einer regen Versuchstätigkeit, die in den kommenden Jahren noch ausgeweitet wird, und der Vernetzung, der am Bio-Gemüsebau Beteiligten werden auch praxisrelevante Informationsbroschüren wie die jährlich erscheinende Biogemüsefibel publiziert.

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