Arbeitswirtschaft im Gemüsebau


Dr. Renate Spraul, Bad Wimpfen, D

Tag-täglich immer wieder dieselben Handgriffe. Die Routine führt zu flüssigen Arbeitsabläufen, alles läuft gut von der Hand. Die „HAND“ ist das richtige Stichwort, denn wir erledigen unsere Arbeit normalerweise mit unseren Händen. Bestellungen packen, Pflanzen richten, Karotten ziehen, Schnittlauch bündeln … Graue Wolken ziehen auf, aber der Feldsalat sollte vorher auf jeden Fall noch in den Boden –> also wird es hektisch. An manchen Tagen übersteigt das Arbeitspensum unsere Kapazitäten -> wir stehen bis in die Nacht hinein. Die Rationalisierungsreserve liegt unter anderem in der Handarbeit.

Wechseln Sie doch einmal Ihre Perspektive und schauen Sie sich selbst beim Arbeiten zu. Was tun Ihre Hände denn wirklich genau? Wo greifen Sie hin? Wie oft wechselt eine Pflanze oder ein Werkzeug von einer Hand in die andere?

Der Alltag setzt sich aus vielen Kleinigkeiten zusammen, welche am Schluss in der Summe die Arbeitsstunden ausfüllen. Ein Rechenbeispiel: Die Entfernung zwischen Hand und Kiste beim Ablegen wird von 30 auf 16 cm verkürzt. Bei 500 000 abgelegten Bunden ergibt sich eine zeitliche Einsparung von einer Woche Arbeitszeit (44 Stunden). Wie man sieht, lohnt es sich wirklich über jeden Zentimeter nachzudenken. Was für die kleinen Greifwege gilt, gilt ebenso für jeden weiteren Transport – jede weitere Arbeit im Betrieb. Schauen Sie sich selbst über die Schulter und packen Sie es an.

Dr. Renate Spraul ist seit 19 Jahren arbeitswirtschaftliche Beraterin im Gartenbau in Deutschland.

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